Schlagwort-Archive: In Schottland

Tag 13

Ab heute habe ich bis einschließlich Montag frei, weil hier alle in Feiertagslaune sind. Denn am Montag ist in Paisley ein Feiertag, den nur Paisley hat.

Am kommenden Samstag gehen wir dann zu einem lokalen Dudelsackfestival. Zwischendurch muss ich noch an meinem Teil unserer CourseWork (Gruppenarbeit die zu 40% in die Anschlussklausur einfließt) arbeiten: Wir bewerten insgesamt vier Internet-Buchhändler und deren Internetseiten und verpacken das in einer Art Facharbeit. Desweiteren muss ich noch für das Fach CareerPlanning (Kareereplanung) einen englischen Lebenslauf und eine Jobbeschreibung erstellen, zu der ich zum Abschluss ein Bewerbungspräch halten muss.

Zwei kleine Bilder von gestern Abend:
[myginpage=schottland_12]

Tag 3, The Wellcome

„Was hat die gesagt?“

Heute ging es das erste Mal zur Uni. Um 9:00 fand die Willkommensveranstaltung statt.

Etwas unsicher stand eine Ansammlung von Studenten vor dem Haupteingang der Universität und betrieben sinnlosen Smalltalk. Da ich darauf irgendwie keinen Bock hatte (weder aufs Rumstehen noch auf sinnlosen Smalltalk), ging ich zielstrebig auf die Tür zu und suchte die „Brough Hall“. Schnell war das Ziel gefunden, also rein da. Nachdem wir bereits saßen, kamen mit ungläubigen Blicken auch die restlichen in den Audimax.

[inspic=63,left,fullscreen,thumb,:gruppenbild][inspic=64,right,fullscreen,thumb,:gruppenbild]
Ohne viel Klimm-Bimm wurden wir begrüßt und mit einigen Informationen, in Form von Worten und einer dicken Mappe, versorgt.

Anschließend um 9:30 mussten David und ich schon zu unserer ersten Einheit E-Business. Eigentlich ist die nette, leicht euphorische, Professorin (deren Namen ich schon wieder vergessen habe) recht gut zu verstehen. Nur hat sie hin und wieder solche Phasen in denen sie sich über irgendetwas freut und dann leicht kichernd anfängt zu quasseln als müsste sie jeden Moment weg. Abgesehen von diesen Phasen wird es etwa nach 45 Minuten wirklich schwer für mich den Erzählungen der Professorin (oder des Berichtes, den wir uns ansahen) zu folgen. Doch das legt sich, hoffentlich.

Seit etwa 14:30 bin ich eingetragener Student der Universität Paisley: [inspic=62,,fullscreen,thumb]

Ich wollte das ganze hier nutzen um mein Englisch zu verbessern, doch ich konnte ja nicht wissen dass hier so viele Deutsche mitmachen. In meinem E-Business-Kurs sind von etwa 18 Man nur vier nichtdeutsch.

Tag 0, die Ankunft

Reizüberflutung pur

Nachdem wir in Schönefeld das erwartete Chaos beim ein-check-en, verursacht durch aufgeregte und verwirrte Passagiere sowie easyjet-Angestellte, hinter uns ließen reihten wir uns in die Warteschlangen ein. Es dauerte nicht lange bis sich erste Schotten durch auffallendes Gebrabbel outeten. David und ich lauschten einer schottischen Männerrunde. Nach etwa einer Minute warfen wir uns ungläubige Blicke entgegen. Grund war das völlig unverständlich genuschelte Englisch. Zu dem kam noch das einer der Männer eine Stimme hatte, wie sie normaler Weise nur Eunuchen haben können. Wir hörten weiter zu und konnten nur einzelne Worte erahnen – wir stellten uns schon mal auf sechs lustige Wochen in Schottland ein 😉 .

In Schottland angekommen. Erstmal mussten wir noch schnell rausbekommen wo wir eigentlich hin mussten. „Thornley Park Residence„, wussten wir noch. Nur ob wir auch direkt dort hin sollten wussten wir nicht. Also erst einmal in Taxi. „Wheruwanngo“ fragte Malcom der Taxifahrer. Ich versuchte rauszubekommen, ob „Thornley Park“ ein Begriff für ihn ist. Auf meine Frage, brabbelte er irgendetwas. Schließlich setzte er uns direkt vor dem Haupteingang der Universität ab.

Die nette Dame an der Rezeption (ja, hier haben offenbar auch Universitäten eine Rezeption 🙂 ) sagte uns, dass wir zu unseren zugeteilten Wohnungen sollen – war ja klar. Also, schnell ein neues Taxi gerufen (denn Malcom hatte es wohl eilig und ist schon losgefahren als wir noch nicht einmal die Türen richtig zugemacht hatten) und ab zum Wohnheim-Campus Thornley Park.

Hier erwartete man uns schon. Es ging unkompliziert weiter: Perso zeigen, Unterschrift hier und da, Schlüssel nehmen, Wegbeschreibung verstehen (die „Residence Service“-Frau sprach sehr langsam und deutlich Â… so müssen die alle reden!), ab ins Zimmer.

Die Unterkunft: 3-etagige Häuser, die „Villa“. Eine Villa hat auf jeder Etage 3 „Flats“ in denen es je 6 Zimmer gibt. Neben Zimmer, in denen die Studenten wohnen, gibt es noch einen großen Raum in dem gekocht und gegessen werden kann. Zwei Bäder gibt es außerdem noch, eins mit einer Badewanne und eins mit einer Dusche.

Alles in allem sehr einfach aber recht nett gemacht. Leider merkt man dass die Vormieter selber auf Sauberkeit achten mussten, denn hier und da klebt es etwas (in der Küche gibt es einige hierÂ’s und daÂ’s).

Wir brauchten noch etwas zu Essen. Da wir nicht wussten wohin, stellten wir uns erstmal an die Bushaltestelle. Vom weiten war ein heranrasender Bus zu erkennen. Gestikulierend fragte der Busfahrer ob wir mitfahrend wollten – erst mein reflexartiges Kopfnicken brachten den Bus zum bremsen. Vier Stationen wollten wir fahren, erklärten wir dem Fahrer. Er schien verwirrt über unsere Entscheidung. Als ich als letzter meine Fahrkarte bezahlen wollte, fragte er mich ob wir wirklich nur vier Stationen fahren wollten. Nach einem kurzen englischen Wortwechsel zwischen dem Fahrer und mir, sprach er in gebrochenem Deutsch. Er überredete mich, dass wir doch bis ins Zentrum fahren sollten.

Nächste Station: Supermarkt.

Ganz schön teuer, wenn man nicht lang genug sucht. Es gibt Kochschinken in allen Varianten, aber nur genau eine Sorte Salami. Käse ist zum größten Teil in kompletten Blöcken anzutreffen. Das Brot ist mit unserem Toastbrot zu vergleichen, es gibt auch kaum eine Steigerung der Brotsorten.

Irgendwie völlig planlos irrte ich durch den Supermarkt, wahrscheinlich bedingt durch nicht anhaltende Reizüberflutung. An der Kasse glaubte ich die Kassiererin würde eine mir fremde Sprache sprechen, denn wie Englisch hörte sich das kaum an.

Nun schmerzen mir ein wenig die Füße, denn wir spielten noch ein bisschen Fußball mit einigen anderen auf einen seltsamen Fußballplatz: ein Mix aus Hallenfußballplatz, ausgelegt mit Filz und einer Sandschicht.

Der erste (halbe) Tag in Schottland ist geschafft.

In Schottland

Am 14.07. gehts los, ich gehe für sechs Wochen nach Schottland um ein bisschen schottische Uni-Luft zu schnuppern.

Das ganze ist ein Angebot der Universität Paisley und läuft unter dem Namen „EU Summer School“. Dieses Programm ermöglicht allen Studenten der EU für sechs Wochen an der Universität das Angebot der SommerSchule wahrzunehmen undzwar ohne die üblichen Studiengebühren zu zahlen. Lediglich für die Unterkunft in einem der Wohnheime muss gezahlt werden.

Ich werde diesen Platz hier nutzen um eine Art Ausflugstagebuch zu veröffentlichen. Sodass jeder teilhaben kann, an dem was ich dort schottisches erlebe.

Lang ist’s nicht mehr … ich bin gespannt wie das wird.