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19:55
Ich sitze wartener Weise am Bahnhof in Erkner. Planmäßig kommt der Regio in 15 Minuten.
über den Hinweis “Nicht einsteigen” an der Anzeige, mache ich mir keinen Kopf. Schließig ist ja auch noch kein Zug da, bei dem man hätte einsteigen können.
20:08
Ich begebe mich langsam in Einstiegsposition (unbachtet dessen, dass die Bahn sowieso nicht pünktlich kommen könnte).
Ein freundliches Hallo aus dem Hintergrund fordert zu einem kleinem Informationstausch auf. Der nette Herr vor der Info-Tafel verrät dass aufgrund von Bauarbeiten der Zug zur Minute 11 ausfällt. Toll! Alternativen? Nein! Also auf den nächsten Warten.
20:41
Immer noch in Erkner. Der Zug sollte jetzt eigentlich abfahren. Doch dazu müsste dieser erstmal ankommen. Es beginnt zu regnen. Meinem rechten großen Zeh ist’s zu kalt.
Das an der Anzeige nur Zoo als Endstation angezeigt wird verwundert mich etwas. Na ja, der überqualifizierte Bahnangestellte wird wahrschnlich die falschen Knöpfe gedrückt haben.
20:51
Ich sitze bereits seit knapp vier Minuten im Zug … immer noch in Erkner.
Sehr langsam fahren wir los.
21:16
Mit einigen ungeplanten Zwischenstops mitten auf der Strecke kommen wir mit einer Verspätung von 12 Minuten in Ostbahnhof an.
Ach und der Zug fährt wirklich nur bis Zoo. Das war also doch kein falsch gedrückter Knopf.
21:40
Mit erneuten, scheinbar völlig sinnlosen Zwischenstops, kommt der Zug in Zoologischen Garten an. Gesamtverspätung: 17 Minuten.
Zum Glück kommt in neun Minuten der Regional Express der mich an mein Ziel bringen soll.
21:49
Ja! Pünktlich! Danke, denn mein rechter großer Zeh friert schon wieder (übrigens auch die anderen Körperteile).
23:14
Mit einer persönlichen Gesamtverspätung von 68 Minuten komme ich endlich in Brandenburg an.
Die Bahn macht’s möglich!
Der eine oder andere mag es wissen, ich bin selbstständig tätig und verdiene mir nebenerwerblich etwas extra Taschengeld.
Wie das dann eben so ist, bekomme ich Aufträge die ich dann erledige und dafür etwas Geld verlange. Und genau an diesem Punkt hakt es irgendwie!
Da ist jetzt also dieser eine Kunde für den ich nun schon über ein Jahr Website-arbeiten mache. So weit ich mich erinnern kann gab es in der ersten Zeit keine Probleme. Aber seit etwa einem dreiviertel Jahr werden die Rechnungen nicht mal annährend pünktlich gezahlt. Nun, ich forderte ihn immer freundlich darauf hin dass doch noch die ein oder andere Rechnung zu begleichen sei. Irgendwann bekam ich mein Geld. Mehr “Druck” machen, macht keinen Sinn dachte ich immer. Schließlich folgt auf Druck Gegendruck und ich wollte ja noch etwas länger an ihm verdienen. So zuckelte ich also immer mit mindestens einer offenen Rechnung von einer Arbeit zu nächsten.
Doch vor ein paar Wochen platzte mir dann der Kragen … in höflicher, zurückhaltender Weise. Es gab da diesen Domain-Vertrag zwischen uns. Demnach zahlt er im Jahrestakt für die Domainnutzung. Im November letzten Jahres war das erste Jahr rum – die Rechnung folgte pünktlich Anfang Dezember (wobei man auch hätte erwarten können dass er das selbstständig zahlt, denn für die Miete bekomme ich auch nicht jeden Monat eine extra Rechnung). Nun haben wir Januar, fast Februar. Aber das Geld habe ich noch immer nicht. Zur Verdeutlichung: Dabei handelt es sich um einen Betrag unter fünf Euro!
Heute schrieb ich noch einmal eine Mail, mit einem letzten Hinweis. Darauf folgte eine Antwort die mich erneut an den Kassenart verwies (ok, jetzt weiß jeder dass es sich um einen Verein handelt, wollte ich eigentlich nicht, aber so viel muss gesagt werden). Doch der Verein hat vertragstechnisch nichts damit zu tun – also schnell auch diesen Hinweis abgeschickt, in nun noch bestimmter Ausdrucksweise (aber immer noch höflich; darauf lege ich wert!). Dann bekam ich eine solche Antwort:
“(…) wir lassen uns von dir nicht weiter auf den sack gehen (…)”
“(…) wegen 4 euro so einen aufstand zumachen (..)”
“(…) die mahnungen an uns sind LäCHERLICH (…)”
Nun frage ich mich, bin ich zu pingelig oder irgendwie irgendwas anderes dass ich so eindringlich mein Geld verlange? Ich meine mal ehrlich jetzt, ist es falsch von mir, dass ich meine Leistungen bezahlt haben will? Sollte ich noch länger warten? Keine Mahnungen schreiben? Sollte ich überhaupt Geld verlangen? Vielleicht besser kostenlos für alle arbeiten?
Jetzt mal bis auf die Knochen ernst: ich kann doch auch nicht in die nächste Kaufhalle gehen, mir eine Packung Butter schnappen, Richtung Kasse laufen, der netten Kassierin beim Vorbeigehen einen Vogel zeigen und rufen “Sind doch bloß zwei Euro, mach dir mal nich ins Hemd!“. Wo kommen wir denn da hin!?
Nicht dass mich jemand falsch versteht, ich meine das wirklich ernst: Mache ich etwas falsch? Sagt es mir bitte!
[inspic=266,left,fullscreen,85] Na wenn das mal nicht nach Winter aussieht. Fast so wie beim ersten Mal dieses Jahr. Vielleicht haben wir ja dann weiße Sylvester, wenn’s schon nicht mit den weißen Weihnacht geklappt hat.
Diese Woche hatte ein Kumpel von mir Geburtstag. Wie es sich gehört sind wir zu einem kleinen Umtrunk vorbeigefahren. Der Abend war fröhlich, das Essen schmackhaft und die Getränkeauswahl groß. Die Zeit verging schnell und es kam der Zeitpunkt wo wir uns wieder auf den Rückweg machten. Noch ein freundliches Tschöö und Danke, dann rauf auf die Fahrräder. Diesmal waren alle vorbildlich mit Licht ausgestattet. Immer noch fröhlich fuhren wir den selben Weg zurück, nur mit dem Gedanken zu hause anzukommen.
“GUCK, DA VORNE!” Sehr gut zu erkennen stand ein Dienstwagen der örtlichen Polizeiwache in einer dunklen Ecke des Kreisverkehres, der sich uns nährte. Schließlich hatten wir ja diesmal Licht, also keine Bange, vorbei da. Kurz bevor ich auf Höhe des Freund-Und-Helfers war schalteten sich die Scheinwerfer ein. Dann Motorengeräusch. “ANDERS RUM” schalte von hinten. Doch wir waren schon so gut wie am Kreisverkehr vorbei. Aus Spaß an der Freude nutze ich den Schwung der vor mir liegenden Senke, unter den Bahngleisen durch. Beherzt um die Ecke. Was für ein Spaß! Mein Lächeln verschwand langsam mit dem Erkennen des Autos vom Kreisverkehr, dass sich mit erhöhter Geschwindigkeit nährte. Sie biegten vor mir in die Busschleife ein und kamen mir nun entgegen. Meine beiden Kumpels fuhren auf der Straße, hinter ihnen ebenfalls ein metallic-silber-grünes Auto. Kein Blaulicht zu sehen. “Du hast nichts falsch gemacht”, beruhigte ich mich und fuhr immer noch schnell an den bereits stehenden Polizisten vorbei. Ein kurzer Blick – die Türen sind noch geschlossen. “öööHHEEEY !!!” Meine Kumpels waren nun kurz vor mir. “HIER HER, LOOS!” Ein Blick nach hinten erklärte die liebliche Stimme die ich vernahm. Die beiden freundlich drein blickenden Polizeibeamten winkten uns aufgeregt zu sich ran. Ich ahnte schon, das wird ein Spaß.
“Gutn Abend! [an dieser Stelle bin ich mir über den genauen Wortlaut unsicher, deswegen bleibt dies der Phantasie des Lesers überlassen]”
Es folgte das allseits bekannte Prozedere: Perso abgeben; dann frage ich überfreundlich nach dem Dienstausweis; die nette Politesse guckt verwundert und muss zurück zum Auto den Ausweis rauskramen; Sie zeigt ihn und sagt “Sind’se zufrieden?”; Ich greife zum Ausweis; Sie zuckt zurück “Den düürfen Sie nich anfassen!!”; Ich diskutiere kurz warum ICH ihren nicht anfassen sie aber meinen; darauf folgt eine kleine Einführung in die Dienstvorschriften; Schließlich lasse ich mir den Grund für das Mitternächtliche Treffen erklären.
“Meine Herren, Sie haben den Fahrradweg in falscher Richtung genutzt!” … “öh!?”, denke ich, und sage “Ich bin doch aufm Fußweg gefahren”. Die Politesse stutzt und guckt für einen winzigen Augenblick hilfesuchend zu ihrem Kollegen im Hintergrund des Geschehens. Schnell stellt sie ihre Autorität wieder her.
Wir beginnen selbstbewusst zu diskutieren und lassen uns alles mögliche erklären, nachdem wir wussten dass die beiden bis 6:00 Dienst haben und demnach genügend Zeit. Nach etwa 30 Minuten weißt uns die mittlerweile etwas lockere Politesse darauf hin dass wir uns nun entscheiden müssten, da sie zwar bis um 6:00 Dienst hätte aber nicht genügend Zeit um mit uns ewig zu quatschen.
Kurzer Hand bekommen wir alle einen solchen schicken Zettel:
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Danach fuhren die beiden zurück zur Wache, Berichte schreiben wahrscheinlich.
Nur ob sich die insgesamt 45 Euro gelohnt haben, wenn man denkt dass der Motor über eine halbe Stunde lief, es ja nachts am Wochenende war und die Bullen sicherlich entsprechende Nacht- und Wochenendzuschläge bekommen, möchte ich bezweifeln.
Und die Moral von der Geschicht, rufen die Bullen öhey – fahr’ schneller, so zahlst du nicht.
Der Buy Nothing Day ist ein weltweiter Aktionstag für ein bewusstes Konsumverhalten. Am Buy Nothing Day sollte jeder für einen Tag nichts kaufen und sich stattdessen über das eigene Konsumverhalten und das anderer Gedanken machen!
Der Buy Nothing Day berührt viele Themen. Wie ein nachhaltiger, globaler Konsum aussehen kann ist sicherlich eine der Hauptfragen, die uns am Buy Nothing Day beschäftigen. Menschen-, Arbeits- und Kinderrechte, ökologisch verträgliche Produktion, gesunde Ernährung und gesundes Markenbewusstsein sind einige der Themen mit denen sich Aktivisten am Buy Nothing Day auseinandersetzen.
In jedem Jahr finden in Deutschland und auf der ganzen Welt verschiedenste Aktionen statt. Von der Stra�enprotestaktion, über einen Tauschbasar bis hin zur Diskussionsrunde – beim Buy Nothing Day ist alles erlaubt und kreative Aktionen sind gefragt! (buynothingday.narra.de)
Buy Nothing Day – ADBUSTERS.ORG
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